MILDE UND MODERATE GANZKÖRPERHYPERTHERMIE

Wirkungen und Ziele 

In der klassischen, aber auch heute wieder in der modernen Medizin, gibt es viele Versuche, eine physikalisch erzeugte, exogene Überwärmung des Körpers therapeutisch zu nutzen. Dabei werden vielfältige Wirkungen auf den Organismus beobachtet:

Das Verfahren mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung

Beim IRATHERM-Verfahren wird zur Erwärmung des Patienten Wärmestrahlung verwendet, die der Wärmestrahlung der Sonne nach Filterung in der wasserdampfhaltigen Atmosphäre entspricht. Diese, durch Filterung mit Wasser gewonnene Wärmestrahlung (Infrarot-A-Strahlung), kann besonders tief in menschliches Gewebe eindringen. Da die Absorption der Wärmestrahlung im wesentlichen in einer gut durchbluteten Hautschicht (Corium) erfolgt und der Blutkreislauf für eine schnelle Verteilung der Wärme sorgt, wird die Oberhaut (Epidermis) bei diesem Verfahren wenig belastet.

Der Patient liegt während der Therapie unbekleidet auf einem gespannten engmaschigen Netz. Er ist mit einem Tuch und mit einer Reflexionsfolie zugedeckt. Dabei ruht der Kopf auf einem gerollten Frottiertuch außerhalb der Abdeckung. Die Wärmestrahlung wird von unten durch das Netz appliziert, so dass die Augen des Patienten nicht durch die Wärmestrahlung belastet werden. Der Patient kann sich unter dem Tuch frei bewegen und erfährt durch die offene Bauart der Hyperthermieanlage keine Klaustrophobie. Der Therapeut hat stets freien Zugang zum Patienten und ungehinderten Blickkontakt.

Während der Therapie werden mindestens die Körpertemperatur, die Pulsfrequenz und in einigen Fällen auch das EKG überwacht. Die störenden Einflüsse auf die übliche klinische Überwachungselektronik treten durch die Wärmestrahlung nicht auf.

Trotz der offenen Bauweise werden Anstiegsgeschwindigkeiten der Körperkerntemperatur erreicht, die zumeist über denen geschlossener Kammern liegen. Durch die verzögerungsfreie Wahl der Wärmestrahlungsleistung der Spezialstrahler ist dabei eine gute Temperatursteuerung und somit eine sichere Therapieführung möglich, die durch ein modernes Monitoring-System unterstützt wird.

Die Therapiemodalitäten können patienten- und indikationsspezifisch in weiten Grenzen variiert werden. Therapieserien (z.B. 9 Therapien innerhalb von 3 Wochen) zeigen generalisiertere Wirkungen gegenüber Einzeltherapien. Der Zieltemperaturbereich erstreckt sich, je nach Indikation, von der reinen Hüllenerwärmung (keine Kerntemperaturerhöhung) über z.B. 38,5°C bis etwa 40°C Körperkerntemperatur.

mögliche Indikationen

Kontraindikationen