PATIENTENINFORMATIONEN

 

1. Was ist systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie?
2. Wie wirkt die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie?
3. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
4. Wie läuft die Behandlung ab?
5. Was der Patient beachten sollte
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Am 30. Juni 2000 hat die „Von Ardenne Klinik für systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie und Rehabilitation“ in Dresden am Weißen Hirsch ihre Arbeit erfolgreich beendet. Details hierzu können in dem am 14. April 2000 herausgegebenen Statement nachgelesen werden. Über 10 Jahre hinweg wurden in der Dresdner Klinik über 1.000 Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium mit der von Prof. von Ardenne entwickelten systemischen Krebs-Mehrschritt-Therapie (sKMT) behandelt. Prof. von Ardenne gilt heute als Pionier der onkologischen Ganzkörperhyperthermie in Deutschland.

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Diese Informationsschrift soll Patienten in kurzer Form die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie vorstellen. Außerdem wird die Durchführung der sKMT am Beispiel der ehem. Von Ardenne Klinik erläutert. Weitergehende Informationen und die Grundlagen zur sKMT können der wissenschaftlichen Monographie „systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie“ entnommen werden (ISBN 3-773-1297-5).

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1. Was ist systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie?
Die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie (sKMT) ist eine Kombinationsbehandlung für Patienten mit bösartigen Geschwulstkrankheiten der Brustdrüse, des Magen-Darm-Traktes, der Atmungsorgane, des Urogenitaltraktes, der Haut, Knochen und Weichteile sowie einigen ausgewählten hämatologischen Erkrankungen. Prinzipiell können Adeno- und Plattenepithelkarzinome mit oder ohne Metastasen, Osteo- und Weichteilsarkome nahezu aller Lokalisationen, das maligne Melanom und Non-Hodgkin-Lymphome einschließlich chronisch lymphatischer Leukämie behandelt werden.

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Die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie besteht aus einer Rahmenbehandlung und der eigentlichen sKMT-Hauptbehandlung.

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Die Rahmenbehandlung ist der sKMT-Hauptbehandlung vor- und nachgelagert, umfaßt eine Sauerstoff-Mehrschritt-Immunstimulations-Therapie von maximal 18 Tagen und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Der mehrstündigen sKMT-Hauptbehandlung schließt sich eine mindestens 24stündige stationäre Nachbehandlung des Patienten an.

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Durch Zusammenwirken der Therapieschritte extreme Ganzkörperhyperthermie (künstliche Überwärmung), induzierte Hyperglykämie (hoher Blutzuckerspiegel), relative Hyperoxämie (hoher Sauerstoffgehalt im Blut) und ggf. angepasste Chemotherapie besteht die Chance einer positiven Beeinflussung des Krankheitsverlaufs selbst noch bei Tumoren, die zuvor weder auf Strahlentherapie noch auf Zytostatika oder Hormone angesprochen haben.

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2. Wie wirkt die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie?
Krebsgewebe häufen bei extrem erhöhtem Blutzuckerspiegel (Hyperglyämie) Milchsäure an, da Krebszellen auch bei Anwesenheit von Sauerstoff Glukose (Traubenzucker) in größerem Umfang zu Milchsäure umwandeln. Diese Übersäuerung macht sie empfindlicher gegen Überwärmung (Hyperthermie), während die übrigen Körperzellen durch Glukose in Anwesenheit von Sauerstoff energetisch stabilisiert werden.
So werden bei Temperaturen um 42,0°C Tumorzellen geschädigt und die gesunden Zellgewebsverbände des Organismus wenig beeinträchtigt. Ein erhöhter Sauerstoffpartialdruck (relative Hyperoxämie) bewirkt die Stabilisierung der Funktionen aller lebenswichtigen Organe. Infolge des systemischen, also auf den ganzen Körper gerichteten Charakters der sKMT und der Übersäuerbarkeit von Krebsgeweben selbst bis etwa 1 mm³ Volumen hin, ist die sKMT insbesondere auf eine Senkung der Metastasierungsrate gerichtet.

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Verschiedene Zytostatika erfahren unter Hyperthermie eine Wirkungsverstärkung, so daß die Effizienz der sKMT durch Kombination mit bestimmten Chemotherapien nach heutiger Erkenntnis erhöht werden kann. Einige Nebenwirkungen der Zytostatika können durch die relative Hyperoxämie gemildert werden. Aus diesen Gründen ist die Anwendung einer individuell angepaßten Chemotherapie in Kombination mit der sKMT bei einigen Tumoren sinnvoll und im allgemeinen gut verträglich.

 

3. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
In den ersten Tagen nach der sKMT-Hauptbehandlung ist das Auftreten von Fieber bis 39°C axillär als Ausdruck einer Immunantwort zu werten und in der Regel erwünscht. Es können in dieser Zeit aber auch Abgeschlagenheit, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Durchfall, vorübergehende Verstärkung vorhandener bzw. Auftreten neuer Schmerzen sowie Herpes labialis, oralis et nasalis (Bläschen an Lippen, Mund- und Nasenschleimhaut) auftreten.

Gelegentlich kann es zu thermisch bedingten Störungen des Zellgewebsstoffwechsels in den verschiedenen Schichten der Haut und des Unterhautfettgewebes kommen, welche in Abhängigkeit von individuellen Faktoren (z.B. Durchblutungsverhältnisse) zu verbrennungsähnlichen Schädigungen führen können. Behandlungsbedürftige Fälle werden allerdings nur bei wenigen Prozent der Therapien beobachtet. Ferner können vorübergehende Funktionsstörungen peripherer Nerven mit Kraftminderungen oder Mißempfindungen vorwiegend einzelner großer Extremitäten auftreten.

Ein verstärkter Anfall von Tumorzerfallsprodukten nach sKMT kann in seltenen Einzelfällen zur Überforderung der Exkretionsmechanismen (Leber, Niere) führen. Dadurch kann sich vorübergehend ein Ikterus (Gelbsucht) sowie ein Anstieg der Leber- und Nierenwerte ergeben. Während die Nebenwirkungen der meisten Zytostatika milder ablaufen als bei der konventionellen Chemotherapie, wurden in wenigen Einzelfällen nachwirkende toxische Effekte vereinzelter Zytostatika durch die sKMT beobachtet. Häufiger wird eine meist vorübergehende Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen beobachtet.

Im Rahmen der sKMT-Hauptbehandlung kommt eine tiefe intravenöse Anästhesie zur Anwendung. Deshalb besteht von der sKMT-Hauptbehandlung an gerechnet für mindestens drei Tage die Unfähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges. Auch in den folgenden Tagen kann aus verschiedenen Gründen (z.B. Nachwirkungen der Chemotherapie oder erforderlich gewordener Zusatzmedikation) das Reaktionsvermögen vermindert und somit die Verkehrstauglichkeit eingeschränkt sein.

 

4. Wie läuft die Behandlung ab?
Vor der Behandlung erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch, in welchem die Wirkungsweise, Nebenwirkungen etc. der sKMT nochmals im einzelnen erläutert und in welchem weitere Fragen des Patienten besprochen werden können. Die Rahmenbehandlung, die der sKMT-Hauptbehandlung vor- und nachgelagert ist, dient der Konditionierung bzw. Konvaleszenz des Organismus und auch der Immunstimulation. Je nach Ausgangssituation der Patienten (z. B. unmittelbar zuvor absolvierte Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie) sind dafür ein bis acht Tage vor und ein bis zwei Wochen nach sKMT vorgesehen. In dieser Zeit erfolgt nach einem ausführlichen ärztlichen Aufnahmegespräch mit klinischer Untersuchung auch die Bestimmung aller relevanten Labor- und Funktionsparameter. Falls die am Heimatort angefertigten bildgebenden Befunde (z.B. Röntgen, CT, MRT, Szintigrafie) zu lange zurückliegen, um die Ausdehnung der Tumorstrukturen exakt bestimmen zu können, müssen diese Untersuchungen vor Durchführung der sKMT aktualisiert werden.

Die stationäre Aufnahme erfolgt spätestens am Vortag der sKMT-Hauptbehandlung. Am Tag der Hauptbehandlung kommt der Patient nüchtern in den Hyperthermiebereich der Klinik (Essen am Vortag bis gegen 20 Uhr möglich, Trinken bis etwa 22 Uhr). Nach Ermittlung des aktuellen Körpergewichts erfolgt meist zur Beruhigung eine Prämedikation und das Legen eines Harnblasenverweilkatheters. Der Patient legt sich nun auf das Bett der IRATHERM®2000. Die sich daran anschließende Vorbereitung dient der intensiven Überwachung aller Körperfunktionen. Zwei periphere Venenzugänge sind die Voraussetzung für Infusionen, i.v. Injektionen und Blutentnahmen. Das schmerzfreie Anbringen der Thermometriesonden (rektal, axillär sowie auf der Bauch- und Rückenhaut), des Fingerpulsoximetriefühlers (am rechten Mittelfinger) und der EKG-Miniatur-Klebeelektroden vervollständigt das intensivmedizinische Monitoring. Während der gesamten Behandlungszeit werden EKG und Sauerstoffsättigung engmaschig beobachtet sowie durch etwa 15minütige Blutproben, Blutdruckmessungen und Blutgasanalysen alle relevanten Parameter überwacht. Dadurch werden mögliche Abweichungen früh erfaßt und korrigiert, wodurch ernstere Störungen weitestgehend verhindert werden können.

Vor der Erwärmungsphase, also bei noch normaler Körpertemperatur, wird der Blutglukosespiegel durch Infusion (Venentropf) auf das drei- bis vierfache des Ausgangswertes angehoben (während der sKMT-Hauptbehandlung erreicht der Blutzuckerspiegel durch Fortführen der Infusion das fünf- bis sechsfache des Ausgangswertes). Dann beginnt der Erwärmungsvorgang (Hyperthermie) etwa zeitgleich mit der Einleitung einer tiefen intravenösen Anästhesie (bei erhaltener Spontanatmung; keine Intubationsnarkose), welche bis zum Ende der sKMT-Hauptbehandlung anhält. Mittels Infrarot-A (kurzwelliger Anteil des Infrarotspektrums) wird der Körper binnen ca. 90 Minuten auf eine Körperkerntemperatur von etwa 42°C erwärmt. Falls Chemotherapeutika verabreicht werden, so erfolgt dies i.d.R. in der Aufwärmphase, bei der für das jeweilige Zytostatikum optimalen Temperatur.

In der sich anschließenden sogenannten Temperatur-Plateauphase wird eine Körperkerntemperatur von 42,0 bis 42,3°C über 60 bis 90 Minuten angestrebt. Die Abkühlphase dauert wiederum etwa 90 Minuten und beinhaltet dasselbe Monitoring wie die Aufwärm- und Plateauphase. Dem abschließenden Venentropf ist bei Bedarf ein Antemetikum (Mittel gegen Brechreiz) beigefügt.

Während der insgesamt etwa fünf bis sieben Stunden dauernden sKMT-Hauptbehandlung sind Arzt und Schwester ununterbrochen an der Seite des Patienten. Nach der Umlagerung in ein Wachzimmer schließt sich eine intensive Nachbetreuung bei Fortsetzung der Infusion an. 24 bis 48 Stunden später kann der Patient auf die Normalstation verlegt oder durch eine Begleitperson abgeholt werden und die ambulante Rahmenbehandlung noch etwa ein bis zwei Wochen lang fortsetzen. Während dieser Zeit werden mehrere Blutbildkontrollen durchgeführt und bei Bedarf Medikamente zur Anregung der Produktion von weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen verabreicht.

Nach einem ausführlichen Ärztlichen Abschlußgespräch tritt der Patient die Heimreise an. Im Abstand von vier bis sechs Wochen und einem Vierteljahr nach der sKMT erfolgen ggf. zwei ambulante Nachkontrollen, die jeweils eine Nüchternblutentnahme, ein Arztgespräch mit Untersuchung sowie bei Bedarf bildgebende Diagnostik umfassen und in der Regel nur einen Vormittag in Anspruch nehmen.

 

5. Was der Patient beachten sollte
Zur Prüfung, ob eine Indikation für die Durchführung der sKMT gegeben ist oder nicht, sind die Kopien aller seit Beginn der Tumorerkrankung vorliegenden Operationsberichte, Histologien, Röntgen-, CT-, MRT-, Sonografiebefunde, Epikrisen, Arztbriefe bzw. Verlaufs-, Zwischen- oder Therapieberichte erforderlich.

Eine Refinanzierung durch die Krankenkasse erfolgt derzeit bestenfalls auf der Basis einer jeweiligen Einzelfallentscheidung. Voraussetzung hierfür ist:

a) Eine Antragstellung bei der Krankenkasse noch vor Beginn der therapeutischen Maßnahmen. Dabei sollte ein Kostenvoranschlag seitens der Klinik vorliegen.

b) Ein Nachweis dafür, daß bisher alle sinnvollen konventionellen Therapiemaßnahmen zur Anwendung kamen. Eine diesbezügliche schriftliche Bestätigung durch den Vorbehandler oder den Hausarzt mit einer Befürwortung der sKMT erleichtert die Argumentation bei der Krankenkasse.

Nach Beendigung der Behandlung erhält der Patient für seine Unterlagen eine Kopie des Abschlußberichtes an den Hausarzt bzw. Vorbehandler. Im Abschlußbericht ist auch die Indikationsbegründung für die Durchführung der sKMT enthalten.

Stand 10/01